Mit einem festlichen Vespergottesdienst und einem freudigen Empfang haben wir am Samstag in Weimar die Gründung der Diakoniestiftung Thüringen gemeinnützige GmbH gefeiert.
Durch die Fusion der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und der Diako Thüringen ist zum 1. Januar 2026 der größte sozial-diakonische Träger in Mitteldeutschland entstanden. Mit ca. 6.000 Mitarbeitenden und vielen ehrenamtlich engagierten Menschen erbringen wir Leistungen in den Bereichen Altenhilfe, Gesundheit, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Bildung, Eingliederungshilfen, Beratung, Praxen und Suchthilfe.
Unsere mehr als 250 Einrichtungen, Dienste und Projekte arbeiten in 50 Städten und Gemeinden in Thüringen als eine wichtige Stütze der Gesellschaft. Beide Träger haben sich zusammengeschlossen, um mit vereinter Kraft Zukunft zu gestalten: diakonisch ausstrahlend, fachlich kompetent und regional wirksam. Dabei ändert sich in den Einrichtungen vor Ort kaum etwas. Jedes Angebot bleibt bestehen, alle Mitarbeitenden werden mit ihren Kompetenzen und Begabungen gebraucht.
In der konstituierenden Sitzung des neuen Aufsichtsrates am Samstagnachmittag wurden Henrich Herbst, Superintendent i. R., zum Vorsitzenden und Dr. Friedrich Franke zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Diakoniestiftung Thüringen gewählt.
Zur offiziellen Gründungsfeier haben wir zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Diakonie, Politik, Verwaltung und Gesellschaft eingeladen. Mehr als 250 Gäste aus vielen Regionen in Thüringen und Mitteldeutschland sind der Einladung gefolgt.
Der Vespergottesdienst in der Herderkirche wurde geleitet vom Eisenacher Superintendenten Ralf-Peter Fuchs (Verwaltungsratsvorsitzender der Ev.-Luth. Diakonissenhaus-Stiftung Eisenach) und von Henrich Herbst (Stiftungsratsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Christopherushof, des Michaelisstiftes Gefell und der Stiftung Sophienhaus Weimar) unter Mitwirkung von Oberin Sr. Annegret Bachmann (Oberin der Ev.-Luth. Diakonissenhaus-Stiftung Eisenach) und Oberkirchenrat Christoph Stolte (Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland), der die Predigt hielt.
Am Altar der Herderkirche wurden die Geschäftsführenden Lars Bagemihl, Rainer Neumer, Tobias Reinhardt, Dr. Klaus Scholtissek, Rektor Ramón Seliger und Elke Slowik für ihre Aufgaben mit Gebet und Handauflegung gesegnet. In die Fürbitten wurde für alle Menschen, gerade in den Kriegs- und Krisengebieten, sowie für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Einrichtungen und Diensten gebetet. Am Ausgang wurde eine Kollekte für die Aktion „Thüringen hilft“ gesammelt.
Mit Schwung und guter Laune wurden die Festgäste im Seminargebäude der Weimarhalle empfangen. Dort eröffnete die Trommelgruppe Kongas der Werkstätten Christopherushof Saalfeld den Abend. Dr. Klaus Scholtissek, Sprecher der Geschäftsführung, begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltungen, freien Trägern, Freunden und Kooperationspartnern mit einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer aus den Briefen, die er aus dem Gefängnis vor seinem Tod an seine Verlobte schrieb: „(…) Unsere Ehe soll ein Ja zu Gottes Erde sein, sie soll uns den Mut, auf der Erde etwas zu schaffen und zu wirken, stärken. Ich fürchte, dass die Christen, die nur mit einem Bein auf der Erde zu stehen wagen, auch nur mit einem Bein im Himmel stehen.“ In diesen Worten finde sich ein passender Kompass für die neue Diakoniestiftung Thüringen: Leidenschaft und Nüchternheit.
Landesbischof Friedrich Kramer begrüßte die Idee, ab sofort zusammen zu planen, statt doppelt zu arbeiten. Er erinnerte daran, dass die moderne Diakonie maßgeblich auch durch das Wirken von Johannes Daniel Falk inspiriert ist, dessen 200. Todestag in diesem Jahr in Weimar gedacht wird. Damals wie heute stelle sich für Diakonie die gleiche Frage: Wo sind Menschen in Not? Wo werden Menschen in Not nicht gesehen? Dort zu helfen, sei der geistliche Auftrag der Christenheit zu allen Zeiten. Dass dies jetzt in der Diakoniestiftung Thüringen mit vereinten Kräften geschehe, darauf sei er stolz und wünschte der Diakoniestiftung Thüringen Gottes reichen Segen.
Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk gratulierte dem neuen Verbund mit Erfahrungen und Erlebnissen, die den Wert der Nächstenliebe für jeden einzelnen Menschen und die ganze Gesellschaft anschaulich vor Augen führten. Dazu drückte sie ihren Respekt für den Mut zur Fusion aus: „Sie bewegen sich, um nicht bewegt zu werden.“ Für Gänsehaut-Momente sorgte das sich anschließende Lied des Werkstattchors mit dem Titel: „Engel mit nur einem Flügel“.
Mit Dr. Max Melzer war der Hauptgeschäftsführer des Verbandes diakonischer Dienstgeber Deutschlands aus Berlin angereist, um Glückwünsche zu überbringen und Anerkennung auszusprechen. Anerkennung dafür, dass man sich in Thüringen gemeinsam auf den Weg macht, sowohl die eigenen Traditionen zu bewahren als auch sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Er betonte, dass diakonische Träger sichere, zuverlässige Arbeitgeber sind, die ihren Mitarbeitenden sehr gute Bedingungen bieten und verlässliche Partner für Politik und Sozialwirtschaft sind. Auch dafür gab es zustimmenden Applaus von den Gästen.
Ein beschwingter Auftritt unseres Werkstattchors, der zum gemeinsamen Tanzen einlud und so manchen Gast zum Mitmachen bewegte, war die Überleitung zum visuellen Sichtbarwerden der Stiftung.
Geschäftsführerin Elke Slowik leitete die Live-Freischaltung der neuen gemeinsamen Internetseite der Diakoniestiftung Thüringen (www.diakonie-th.de) ein: Mitglieder der Trommelgruppe Kongas und des Werkstattchors schalteten gemeinsam per Knopfdruck die neue Internetseite frei. Auf einer Leinwand wurde die neue Homepage gezeigt und erste Seiten eingeblendet. Das Fest nahm mit angeregten Gesprächen und Begegnungen seinen Lauf. An diesem Abend war für die Anwesenden ein guter Geist des Miteinanders spürbar, des aufeinander Zugehens, der Zuversicht und der Freude, Diakonie in Thüringen weiter zu verankern und zu gestalten.
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