Die Suchtberatungsstelle im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt hat das Angebot erweitert. Neue Sprechzeiten in Königsee und Hausbesuche machen Hilfe im ländlichen Raum zugänglicher.

Die Herausforderungen im Umgang mit Suchterkrankungen sind vielfältig, besonders in ländlichen Regionen, wo Hilfsangebote oft schwer erreichbar sind. Gerade in diesen Gebieten erscheinen die qualifizierten Angebote der Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtkranke, Suchtgefährdete und Angehörige im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt oft weit weg.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) fordert seit Jahren einen Personalschlüssel in Beratungsstellen von einer Fachkraft für 10.000 Einwohner, um die Grundversorgung zu gewährleisten. Um diese Lücke zu schließen, gab es Verstärkung für das Team der Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtkranke, Suchtgefährdete und deren Angehörige, denn das  Gesundheitsamt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt unter Leitung von Christian Stieler erreichte die Finanzierung einer weiteren Stelle.
Eine neue Mitarbeiterin, Sandra Wöckel, kann nunmehr die Beratungs- und Präventionsangebote im ländlichen Raum ausbauen und erweitern. Sie war bereits in einigen Bereichen als Sozialarbeiterin, unter anderem der Jugendgerichtshilfe und im ambulant betreuten Wohnen tätig.

Viele Menschen nehmen bestehende Angebote nicht wahr, sei es aus mangelnder Mobilität oder anderer zusätzlicher Einschränkungen. Manchmal spielt der finanzielle Aspekt, wie zu hohe Fahrtkosten, eine Rolle. Durch aufsuchende Beratung möchte die neue Mitarbeiterin genau hier ansetzen. Hausbesuche sollen den Zugang erleichtern und eine vertrauensvolle Unterstützung –  zunächst im eigenen Umfeld – ermöglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Tätigkeitsfeldes liegt auf Prävention. Geplant sind neue Projekte und Informationsveranstaltungen an Schulen, um Kinder und Jugendliche frühzeitig zu sensibilisieren. Darüber hinaus sollen Betriebe angesprochen werden. Ziel ist es, Führungskräfte und Beschäftige zu informieren und konkrete Hilfestellungen im Umgang mit suchtbelasteten Situationen am Arbeitsplatz zu geben.
„Prävention bedeutet, Probleme zu erkennen, bevor sie entstehen – und Menschen stark zu machen, damit sie gar nicht erst in Abhängigkeit geraten“, sagt Katrin Liebezeit, Leiterin der Suchtberatungsstelle. „Gerade bei jungen Menschen, aber auch im Arbeitsumfeld können wir viel erreichen, wenn wir frühzeitig informieren und unterstützen.“

Das Beratungsangebot für Betroffene und Angehörige in Saalfeld, Rudolstadt und Königsee wird uneingeschränkt fortgeführt.
Durch die nun erweiterten Möglichkeiten, umgesetzt von Sandra Wöckel, wird das Hilfenetz noch enger geknüpft, direkt vor Ort und näher an den Menschen.
Die Beratung ist kostenfrei und unterliegt der Schweigepflicht. Eine vertrauliche Online-Beratung ist möglich unter www.diakonie-th.de.

Kontakt: Psychosoziale Beratungsstelle Saalfeld, Brudergasse 18,
Telefon: 03671 52565111, Mail: