Künstliche Intelligenz: Mehr als 400 Gäste beim 15. Sozialkongress

Der größte Sozialkongress im Freistaat hat gezeigt, wie lebendig Debatten über Künstliche Intelligenz und soziale Arbeit in Thüringen geführt werden können. Das klare Zeichen: Auch die Sozialwirtschaft befindet sich in einem sich beschleunigenden Veränderungsprozess: Für diesen Prozess gilt die Maxime: „Abwarten ist keine Strategie“ (Niels Struckmeyer).

Die Einstimmung auf unseren Kongresstag erfolgte mit einer festlichen Andacht von Schwester Annegret Bachmann, Oberin der Ev.-Luth. Diakonissenhaus-Stiftung Eisenach, und Ramón Seliger, Rektor und Geschäftsführer der Diakoniestiftung.

Dr. Klaus Scholtissek, Sprecher unserer Geschäftsführung, begrüßte mehr als 400 Gäste in der vollbesetzten Stadthalle – Frauen und Männer aus dem öffentlichen Leben, von Bildungsträgern, von Versicherungen, Banken, Dienstleistern und Wirtschaftsunternehmen, von Arbeitsagenturen, Verwaltungen, aus der kommunalen und der Landespolitik.
„Künstliche Intelligenz, diese Entwicklung löst widersprüchliche Reflexe aus: Optimismus und Pessimismus, Begeisterung über heiß laufende Börsenkurse und Sorgen über eine drohende Fernsteuerung durch Tech-Milliardäre. Künstliche Intelligenz ist kein Zauberwerkzeug, sondern kann uns Arbeit abnehmen, bürokratische Prozesse verkürzen und mehr Zeit für menschliche Zuwendung freisetzen“, sagte er.

Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk brachte dies in ihrem Grußwort auf den Punkt: „Wir suchen menschliche Antworten auf komplizierte Fragen. Jetzt kommt es darauf an, dass wir lernen, mit der Künstlichen Intelligenz zu arbeiten, Regeln festlegen und die richtigen Informationen weitergeben. Dann kann soziale Arbeit an vielen Stellen davon profitieren.“
Marko Wolfram, Landrat Saalfeld-Rudolstadt, schloss sich an und formulierte seine Hoffnung so: „Ich freue mich darauf, mitzuerleben, dass die KI Aufgaben übernimmt, damit mehr Zeit und Raum für das menschliche Miteinander bleibt.“ Auch auf die Brisanz durch Datenschutz, Verantwortung und ethische Grenzen wies er hin.
Wichtige Punkte, die sich durch alle Gespräche des Tages zogen und dies besonders im Hauptvortrag „Transformation durch KI – Wie Veränderung gemeinsam gelingt“ von Niels Struckmeyer, Geschäftsführer Brandung GmbH, Berlin.

Er zeigte auf, wie schnell sich KI weiterentwickelt, wo sich viele freie Träger in der KI-Anwendung gerade befinden und welche Schritte jetzt zu gehen sind. Jetzt gilt es, die KI-Entwicklung und -Nutzung mitzugestalten, um sich nicht überrennen zu lassen. Dazu gehören verbindliche Regelwerke (Datenschutz!), die Klärung von Strukturen, Zuständigkeiten und Ressourcen und die Beteiligung der Mitarbeitenden sowie der Mitarbeitervertretungen, auch durch gezielten Einbezug der intrinsisch Motivierten.

Denkanstöße und Praxiserfahrungen lieferte die anschließende Podiumsdiskussion mit:
– Thomas Althammer, Geschäftsführer Althammer & Kill GmbH & Co. KG
– Karsten Anders, Lehrer Freie Montessori-Gemeinschaftsschule Bad Lobenstein
– Sumeet Bhatia, Geschäftsführer SOLVVision AG
– Oberkirchenrat Christoph Stolte, Vorstandsvorsitzender Diakonie Mitteldeutschland
– Niels Struckmeyer, Geschäftsführer Brandung GmbH, Berlin
– Dr. Miriam Wolf, Vorständin Verband für Digitalisierung in der Sozialwirtschaft e.V. (Vediso e.V.) und
– Pfarrerin Dr. Laura-Christin Krannich als Moderatorin.

Nach einer Mittagspause, die zur Stärkung und für Begegnungen genutzt wurde, waren drei Workshops angeboten:
– Vom Hype zum Nutzen: KI-Einsatz in der Sozialwirtschaft verantwortungsvoll gestalten
– Roter Faden im Kontext KI
– Lernen und Künstliche Intelligenz: Segen oder Fluch?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren eingeladen, daran teilnehmen, sich an den zahlreichen Messeständen zu informieren oder die KI-Präsentationen über aktuelle Entwicklungen und Angebote mit großer Relevanz für die Soziale Arbeit zu verfolgen: Programme für die Pflegeplanung, Reinigungsroboter, Sprachassistenten, Vorstellung des AWO KI‑Spielplatzes, Elternbriefe/Schreibassistenz, Übersetzungen, Navel, der empathische soziale Roboter, Effizienzgewinn in der Pflege, Sicherheit und Recht.

Die Vielfalt der Präsentationen bestärkte die Wahrnehmung der meisten Gäste: Es gibt viele Herausforderungen, aber noch mehr Chancen für die Nutzung Künstlicher Intelligenz in der sozialen Arbeit in Thüringen. Es gilt jetzt, die Zukunft zu gestalten, anstatt abzuwarten und sich überrennen zu lassen, damit die soziale Arbeit in Thüringen auf Höhe der Zeit bleibt.

Großer Dank gilt den Sponsoren und Kooperationspartnern des Kongresses, von denen viele aktiv teilgenommen und mit Ständen vertreten waren:


Erneut durften wir für die Organisation des Kongresses, die freundliche Unterstützung des Empfangsteams aus den eigenen Reihen sowie des Teams der Stadthalle Bad Blankenburg (Service und Technik) in Anspruch nehmen. Besonderer Dank gilt Frau Susann Ludwig, die in diesem Jahr den 15. Sozialkongress maßgeblich vorbereitet und mitgestaltet hat.

Das gesamte Catering des Tages wurde aus der Christo-Bäckerei in Altengesees und der Küche der Werkstätten Christopherushof in Saalfeld gestemmt. Beiden Teams und allen zusätzlichen helfenden Händen danken wir für die großartige, zuverlässige Unterstützung.

Impressionen vom 15. Sozialkongress der Diakoniestiftung Thüringen, 20. Mai 2026 in Bad Blankenburg