Sozialministerin Katharina Schenk zu Gast im Eisenacher Seniorenzentrum WARTBURGBLICK

Sommertour der Thüringer Sozialministerin, Besuch im SZ Wartburgblick, sechs Personen stehen am Eingang zur Einrichtung

Auf Sommertour in Thüringen unterwegs, hat Sozialministerin Katharina Schenk unser Seniorenzentrum WARTBURGBLICK besucht. Es hat ein fröhlicher Austausch zu vielen brennenden Themen in der Pflege stattgefunden, im Mittelpunkt stand eine der drängendsten Fragen: die Gewinnung und langfristige Bindung von Fachkräften. 

Wie gelingt es, ausreichend Pflegefachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigte sich Katharina Schenk, Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, bei ihrem Besuch im Seniorenzentrum WARTBURGBLICK in Eisenach. Im Rahmen ihrer Sommertour tauschte sie sich gemeinsam mit Lutz Liebscher, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion in Thüringen, mit Verantwortlichen, Mitarbeitenden und internationalen Auszubildenden über die Situation der Pflege aus.
Begrüßt wurden die Gäste von Elke Slowik, Geschäftsführerin der Diakoniestiftung Thüringen, sowie Einrichtungsleiterin Mary Schmidt. Bei einem Rundgang lernte die Ministerin das Seniorenzentrum mit Platz für 84 Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Diakonie
Tagespflege Eisenach mit 16 Plätzen kennen und informierte sich darüber, welche Herausforderungen die Einrichtungen im Pflegealltag beschäftigen und an welchen Stellen politische Unterstützung erforderlich ist. Ziel ihrer Sommertour ist es, Eindrücke aus der Praxis
aufzunehmen und in ihre politische Arbeit einfließen zu lassen.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand eine der drängendsten Fragen der Pflege: die Gewinnung und langfristige Bindung von Fachkräften. Diana von der Krone, Stabstelle Ausbildung und Personalentwicklung im Kompetenzzentrum Gesundheit und Pflege, stellte verschiedene
Projekte zur Personalgewinnung vor, darunter internationale Ausbildungspartnerschaften.
Gemeinsam mit Katrin Adler, Bereichsleiterin Westthüringen des Kompetenzzentrums, berichtete sie von den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Über Projekte mit El Salvador und Mexiko haben bereits junge Menschen den Weg nach Eisenach gefunden, um dort eine
Ausbildung zur Pflegefachkraft zu beginnen. Im kommenden Jahr werden weitere Auszubildende aus Mittelamerika in Eisenach, Creuzburg und Bad Salzungen erwartet.

Wie eng Ausbildung und Praxis dabei zusammenwirken, machte Rosmarie Grunert, Leiterin der Evangelischen Pflegeschule Weimar, deutlich. Sie begleitet seit mehreren Jahren den fachlichen Weg der künftigen Pflegekräfte.
Offen wurde auch über die Herausforderungen gesprochen. Dazu zählen sprachliche Verständigung, bürokratische Verfahren, soziale Integration und die psychische Belastung der jungen Menschen. Einig waren sich die Gesprächspartner, dass die eigentliche Herausforderung häufig nicht darin besteht, Auszubildende zu gewinnen, sondern sie langfristig in den Einrichtungen zu halten und erfolgreich in die Teams zu integrieren.
Einen persönlichen Einblick gaben Luz del Carmen Medellin Cruz und Maria Fernanda Lima Soto, zwei künftige Auszubildende aus Mexiko. Sie berichteten offen von ihren bisherigen Erfahrungen, insbesondere vom Erlernen der deutschen Sprache. Ihre Motivation formulierten
sie klar: In Deutschland sehen sie gute Möglichkeiten, ihren Berufswunsch zu verwirklichen und Menschen zu pflegen, zu begleiten und zu unterstützen.

In einer offenen Gesprächsrunde tauschten sich die Beteiligten über Erfahrungen aus der Praxis und mögliche Lösungsansätze aus. Aus Sicht der Diakoniestiftung Thüringen sind einheitliche Anerkennungsverfahren, eine verlässliche Finanzierung von Sprachförderung, gezielte
Unterstützung der sozialen Integration und der Praxisanleitung sowie langfristige Förderprogramme wichtige Voraussetzungen, um internationale Fachkräfte dauerhaft für die Pflege zu gewinnen. Zum Abschluss begleiteten Einrichtungsleiterin Mary Schmidt und ihr Team
die Gäste bei einem Rundgang durch das Seniorenzentrum. Sie zieht ein positives Fazit: „Für uns war dieser Termin ein wichtiges Signal. Die Themen der Pflege finden in der Politik Gehör. Wir hoffen, dass unsere Anregungen in die weiteren politischen Entscheidungen einfließen.“