Zwölf ukrainische Kinder und Jugendliche zu Gast in Weimar

Zwölf vom Krieg gezeichnete Kinder und Jugendliche aus Kiew erlebten gemeinsam mit ihren Müttern zehn Tage voller Geborgenheit, Erholung und unbeschwerter Momente in Thüringen. Dank des Engagements vieler Helfender und großzügiger Spenden konnten die 25 Gäste Abstand vom Kriegsalltag gewinnen und erfahren, dass sie nicht allein sind.

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Zehn Tage durchatmen, zur Ruhe kommen und für einen Moment den Krieg vergessen: Das konnten zwölf Kinder und Jugendliche aus dem Kiewer Kinderkrankenhaus Ochmatdyt während eines Aufenthalts in Thüringen erleben. Gemeinsam mit ihren Müttern und Betreuungspersonal verbrachten sie fröhliche Tage voller gemeinsamer Erlebnisse und kostbarer Momente der Geborgenheit.
Die 25 Gäste waren im Leonardo Hotel untergebracht, wurden dort versorgt und während ihres Besuchs in Weimar von verschiedenen Menschen begleitet, wobei ein ehrenamtlicher Helfer dafür eigens Urlaub nahm und kontinuierlich für die Gruppe da war.

„Die Kinder und Jugendlichen haben schwere Verletzungen erlitten und belastende, teilweise traumatische Kriegserlebnisse hinter sich. Manche haben ihren Vater, einige sogar beide Elternteile durch den Krieg verloren. Drei Jugendliche sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Das Erlebte war auch während unseres Zusammenseins immer wieder spürbar. Umso wertvoller war es, ihnen eine Zeit ohne Bombenalarm und die unmittelbare Angst vor Angriffen ermöglichen zu können“, sagt Antje Odenthal, Leiterin der Kreisstelle für Diakonie in Weimar. Die Diakoniestiftung Thüringen, die Stiftung Sophienhaus und die Kreisstelle für Diakonie in Weimar übernahmen die Trägerschaft und organisierten den Aufenthalt gemeinsam mit ehrenamtlich Engagierten und weiteren Partnern.

Den Anstoß für das Projekt gaben Viola und Anatoli Michaelis. Aus persönlichen Kontakten und Besuchen in Kiew entstand die Idee, den Kindern und ihren Müttern eine Auszeit vom kriegsgeprägten Alltag zu schenken. Mit großem persönlichem Einsatz begleitete Familie Michaelis den Aufenthalt der Kinder und Jugendlichen und sorgte für eine abwechslungsreiche Zeit.

Das Programm bot vielfältige Erlebnisse: einen besonderen Tag bei Tasifan, Besuche der Imaginata und der Ernst-Abbe-Bücherei in Jena sowie einen Empfang im Thüringer Landtag durch Ministerpräsident Mario Voigt und Landtagspräsident Dr. Thadäus König. Nach einem gemeinsamen Essen führte eine Ukrainerin, die selbst nach Deutschland geflüchtet ist, die Gruppe durch das Parlament. Neben den Ausflügen blieb bewusst Raum für Ruhe, Erholung und das einfache Zusammensein.

Ermöglicht wurde der Aufenthalt durch Spenden der Aktion „Thüringen hilft“ der Diakonie Mitteldeutschland und der Thüringer Tageszeitungen TLZ, OTZ und TA, durch die Kinderhilfestiftung Jena e. V., die Thüringer Staatskanzlei sowie durch private Spenderinnen und Spender.

„Ich bin allen Menschen dankbar, die dieses Projekt mit ihren Spenden, ihrer Zeit und ihrem Herzen möglich gemacht haben. Wir konnten den Kindern den Krieg nicht nehmen. Aber wir konnten ihnen zeigen, dass sie willkommen sind, dass Menschen an sie denken und dass sie nicht allein sind“, sagt Antje Odenthal.
Der Abschied war von Freude über die gelungene gemeinsame Zeit und zugleich von der beklemmenden Sorge begleitet, dass die Kinder in ihren Kriegsalltag zurückkehren müssen.

Besuch aus der Ukraine in Weimar - Gäste und Gastgeber  am Eingang zur Leuchtenburg bei Kahla  Besuch aus der Ukraine in Weimar - Gäste und Gastgeber im Thüringer Landtag